[<- Themenübersicht <-] [v nach unten v]
| Von | Kind oder Katze |
|
Phile
Mail Link 02 Nov 2009 21:21:19 |
Also, ich glaub ich würde sowohl mein Kind als auch die Katze schaffen. Sein eigenes Kind ist doch 'ne Nummer zu groß, das mit der Hauskatze zu vergleichen, nicht? Mir kam es sehr extrem vor. Ich glaub ich würd mein Kind vorziehen, wenn ich eins hätte. Naja, hoffe Mal dass es nie brennt. Also die Kernaussage von euch? Insgesamt, auch wegen dem Milch = unnatürlich Ausschnitt, denke ich, vegan, eine pflanzenbasierte Ernährung, um den Tieren das Leid zu ersparen? Stimmt das? |
|
Martin
Mail Link 05 Nov 2009 11:26:39 |
Hi Phile, vielen Dank für dein Interesse! Ich versuche, die Kernaussage kurz zusammenzufassen: Wir gehen davon aus, dass jedes Lebewesen, welches mit bestimmten Interessen und Bedürfnissen in diese Welt geboren wurde, das inhärente Recht dazu hat, diesen Bedürfnissen selbstbestimmt und ohne Zwang nachkommen zu können. Mit anderen Worten, ein Lebewesen, welches ein Interesse an Schmerzfreiheit und an der Fortsetzung seines Lebens hat, das ein Bedürfnis verspürt, in der Sonne zu liegen, soziale Kontakte zu bilden, zu spielen, sich einen Partner zu suchen, diesem Lebewesen steht die uneingeschränkte Freiheit zu, sich entsprechend verhalten zu können. Alle Wesen, welche die gleichen Interessen teilen, müssen hinsichtlich dieser Interessen auch gleich behandelt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Lebewesen fliegen, tauchen oder denken kann. In wirklichen Konfliktsituationen, hier verbildlicht durch das brennende Haus (es könnte auch ein Rettungsboot, ein Flugzeugabsturz in den Bergen, Notwehr usw. sein), ist es aus moralischer Sicht nachvollziehbar (wenn auch nicht rechtfertigbar, das bringen ethische Dilemmata nun mal mit sich) ein Lebewesen seiner eigenen Familie oder Spezies einem anderen Lebewesen mit gleichen Interessen vorzuziehen. Im täglichen Leben hingegen, beispielsweise beim Essen, haben wir es keinesfalls mit einem derartigen „Entweder-oder-Konflikt“ zu tun. Auch wenn es die Tierleichenindustrie so darstellt, wir müssen keine Tiere einsperren, mästen und töten, um gesund zu bleiben. Hier steht das Interesse eines Menschen, ein tierisches statt einem pflanzlichen Produkt zu verzehren, gegen das Interesse eines nichtmenschlichen Tieres, ein Leben ohne räumliche Begrenzung, ohne Schmerzen und gewaltsamen Tod zu führen. Ähnliches gilt für andere Situationen: Im Schuhgeschäft, im Zoo, in der Kosmetikabteilung. Die Frage „Kind oder Katze“ stellt sich hier einfach nie, und deshalb sind wir auch nie gezwungen, uns gegen die Katze zu entscheiden. Wir sind durchaus in der Lage, in friedlicher Koexistenz mit nichtmenschlichen Tieren zu leben, ohne sie zu domestizieren, zu besitzen, zu züchten, zu versklaven. Mit anderen Worten: Jeder von uns würde sein eigenes Kind aus dem brennenden Haus retten, aber das brennende Haus ist eine Metapher für einen „Die-oder-wir-Konflikt“, welcher bei der Nutzung anderer Tiere durch den Menschen in 99,9999 Prozent der Fälle einfach nicht gegeben ist. Und ja, da hast du Recht, jede wie auch immer geartete Nutzung eines Tieres stellt zwangsläufig eine Verletzung seiner grundlegenden Rechte dar, was in den meisten Fällen zu physischem und psychischem Leid führt. Wer also die Bedürfnisse und Interessen jedes Lebewesens ernst nimmt, wer die Ungerechtigkeit und die Unnötigkeit der Tiernutzung erkannt hat, trägt nicht länger dazu bei und lebt vegan. |